Schwindel Gefühl. Ursache und Behandlung

Schwindel

In großen bevölkerungsbezogenen Studien sind jährlich etwa 15 % bis über 20 % der Erwachsenen von Schwindel betroffen. Die Häufigkeit steigt mit dem Alter und ist bei Frauen etwa zwei- bis dreimal höher als bei Männern. [1]

Schwindel macht schätzungsweise 5 Prozent der Arztbesuche in der Grundversorgung aus. [2]

Schwindel Gefühl. Verschiedene Forme von Schwindel

Schwindel wurde traditionell in vier Kategorien eingeteilt, basierend auf der Krankengeschichte des Patienten: Vertigo, Präsynkope, Disequilibrium, und Benommenheit. [3]

Vertigo bedeutet: ein Gefühl von Wirbeln und Gleichgewichtsverlust, insbesondere verbunden mit Blick aus großer Höhe.

Präsynkope: Das Gefühl, bewusstlos zu werden.

Disequilibrium: Ungleichgewicht oder Bewegungsunsicherheit.

Benommenheit: erhält die Klarheit des Bewusstseins, reduziert aber die Wachsamkeit. Allerdings zeigt der Person eine beeinträchtigte Wahrnehmungs- und Gedächtnisleistung. Auch die Reaktionsfähigkeit und die Fähigkeit, Informationen zu verarbeiten, sind in der Regel deutlich reduziert.

Schwindel Ursache

Was kann die Ursache für Schwindel sein? Schwindel hat verschiedene Ursachen wie niedriger Blutdruck, Schwindel, der mit der Nacken zusammenhängt, Psychisch, Krankheiten etc. Schwindel im Alter kommt sehr häufig vor. Hier können Sie verschiedene Ursachen für Schwindel nachlesen.

Benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel (BPPV)

Benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel (BPPV) ist die häufigste Form von Schwindel und ist gekennzeichnet durch Schwindelanfälle, die durch Änderungen der Kopfposition verursacht werden. Ursache des Schwindels sind kleine Kristalle oder Steine ​​in den Bogengängen der Gleichgewichtsorgane. Diese Bogengänge sind mit Flüssigkeit gefüllt. Die kleinen Kristalle in den Bogengängen können Schwindel bei Kopfbewegungen verursachen. [4]

Benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel macht 24,1 % aller Krankenhausbesuche aufgrund von Schwindel aus. Lagerungsschwindel tritt am häufigsten bei älteren Frauen auf, mit einem Häufigkeitsgipfel in den 60er Jahren. Bei 15 bis 20 Prozent der Menschen kehren die Beschwerden jedes Jahr wieder. Lagerungsschwindel ist oft harmlos und gut behandelbar. [4]

Neuritis vestibularis

Neuritis vestibularis bzw. vestibulärer Schwindel ist eine Entzündung und die zweithäufigste Ursache für Schwindel. Neuritis vestibularis hat vermutlich eine viralen Ursprung. Es betrifft am häufigsten Personen im Alter von 30 bis 50 Jahren. Männer und Frauen sind gleichermaßen betroffen. [3]

Es wird angenommen, dass die Neuritis vestibularis eine entzündliche Erkrankung ist, die selektiv den vestibulären Teil des 8. Hirnnerven (Nervus vestibulocochlearis) betrifft.  [5]

Typische Symptome von vestibuläre Schwindel sind: Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Gleichgewichtsstörungen. Die Symptome sind typischerweise konstant, im Gegensatz zu den episodischen Symptomen anderer peripherer Ursachen wie BPPV oder Morbus Meniere. Die Symptome werden durch Kopfbewegungen verschlimmert, aber nicht ausgelöst. Die Symptome erreichen ihren Höhepunkt innerhalb der ersten 24 bis 48 Stunden und dauern in der Regel mehrere Tage, bevor sie ohne Intervention verschwinden. Vestibularisneuritis wird mit Medikamenten und vestibulärer Rehabilitation behandelt. [3, 5]

Psychisch

Etwa 30–50 % der komplexen Schwindelerkrankungen sind organisch ungeklärt oder stehen im Zusammenhang mit einer psychiatrischen Störung. 80 % der Patienten mit diesen Schwindelerkrankungen leiden unter starkem Schwindel im Alltag und Berufsleben; dennoch werden sie oft nicht diagnostiziert oder behandelt. [6]

Psychiatrische Erkrankungen wie Depressionen, Angstzustände, bipolare Störungen können Schwindel verursachen. [3]

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Psychotherapie einen positiven Effekt auf Schwindel haben kann, der mit einer psychischen Ursache verbunden ist. [6]

Zervikogene Schwindel und Behandlung

Zervikogener Schwindel unterscheidet sich von anderen Schwindelformen durch ein Ungleichgewicht in der Halswirbelsäule. Dieses Ungleichgewicht ist oft mit einer Abweichung der Halswirbelsäule verbunden, die durch Bewegungen oder Positionen der Halswirbelsäule verstärkt oder gelindert wird. [7]

Typische klinische Anzeichen des zervikogenen Schwindels sind: Orientierungslosigkeit, Benommenheit oder Gleichgewichtsstörungen, begleitet von Nackenschmerzen, eingeschränkter Bewegungsfreiheit im Nacken und gestörtem Gleichgewicht. [8].

Wissenschaftliche Studien belegen, dass sich die manuelle Therapie positiv auf die Linderung der Symptome bei zervikogenem Schwindel auswirkt. [7].

Die Menière-Krankheit

Die Menière-Krankheit verursacht Schwindel und einseitigen Hörverlust. Am häufigsten tritt sie im Alter zwischen 20 und 60 Jahren auf. Andere Symptome der Menière-Krankheit sind Übelkeit, Schwindel mit Übelkeit, Erbrechen und Gleichgewichtsstörungen, Kopfschmerzen mit Hörverlust, der sich während eines Anfalls verschlimmert. Die Ursache ist ein zu hoher Flüssigkeitsdruck, der zu einer Funktionsstörung des Innenohrs führt. [3]

Vestibuläre Migräne

Vestibuläre Migräne ist eine Form der Migräne mit Symptomen wie Schwindelattacken.  [3]

Schlaganfall

Durchblutungsstörung des Gehirns. Eine weitere Ursache für Schwindel kann eine Minderdurchblutung des Gehirns sein. Wie eine TIA (Transient Ischemic Attack) oder ein Schlaganfall. [3]

Medikamente, Drogen, Alkohol.

Verschiedene Medikamente haben Schwindel als mögliche Nebenwirkung. Drogen und Alkohol können auch Schwindel verursachen. [3]

Blutdruck und Orthostatisch.

Niedriger Blutdruck kann Schwindel verursachen. Und unser Blutdruck kann sinken, wenn wir uns von einer liegenden oder sitzenden Position in eine stehende Position bewegen. Schwindel nach dem Aufstehen hat oft mit unserem Blutdruck zu tun . Symptome von Orthostatisch sind: Schwindel, schwarz vor die Augen, Ungleichgewicht. Diese Beschwerden verschwinden oft schnell.  [3]

Wann sollte ich mit Schwindel zum Arzt gehen?

Da Schwindel viele verschiedene Ursachen hat, ist es gut, bei Schwindel einen Arzt aufzusuchen. Schwindel ist ein Symptom, keine Diagnose. Der Arzt kann die Ursache des Schwindels diagnostizieren und eine Behandlung für den Schwindel ausschreiben. Anhaltender Schwindel sicher kontrollieren lassen.

Tipps gegen Schwindel

1. Zum Arzt, die Ursache des Schwindels finden und behandeln

2. Ausreichend Essen

3. Ausreichend Wasser trinken

4. Ausreichende Entspannung und Schlaf

5. Ausreichend bewegen

6. Vermeid Alkohol und Drogen

Schwindel Behandlung

Wie bereits erwähnt, kann die Ursache von Schwindel sehr unterschiedlich sein. Dementsprechend vielfältig sind die Behandlungsmöglichkeiten.

Quellen

  1. Neuhauser H. K. (2016). The epidemiology of dizziness and vertigo. Handbook of clinical neurology, 137, 67–82. https://doi.org/10.1016/B978-0-444-63437-5.00005-4
  2. Post RE, Dickerson LM. Dizziness: a diagnostic approach. Am Fam Physician. 2010 Aug 15;82(4):361-8, 369. PMID: 20704166. https://www.aafp.org/pubs/afp/issues/2010/0815/p361.html
  3. Muncie HL, Sirmans SM, James E. Dizziness: Approach to Evaluation and Management. Am Fam Physician. 2017 Feb 1;95(3):154-162. PMID: 28145669. https://www.aafp.org/pubs/afp/issues/2017/0201/p154.html
  4. Park, J., & Kim, J. S. (2021). Update on benign paroxysmal positional vertigo. Journal of neurology, 268(5), 1995–2000. https://doi.org/10.1007/s00415-020-10314-7
  5. Smith T, Rider J, Cen S, et al. Vestibular Neuronitis. [Updated 2022 Feb 5]. In: StatPearls [Internet]. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing; 2022 Jan-. Available from: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK549866/
  6. Schmid, G., Henningsen, P., Dieterich, M., Sattel, H., & Lahmann, C. (2011). Psychotherapy in dizziness: a systematic review. Journal of neurology, neurosurgery, and psychiatry, 82(6), 601–606. https://doi.org/10.1136/jnnp.2010.237388
  7. Yaseen, K., Hendrick, P., Ismail, A., Felemban, M., & Alshehri, M. A. (2018). The effectiveness of manual therapy in treating cervicogenic dizziness: a systematic review. Journal of physical therapy science, 30(1), 96–102. https://doi.org/10.1589/jpts.30.96
  8. Knapstad, M. K., Nordahl, S., & Goplen, F. K. (2019). Clinical characteristics in patients with cervicogenic dizziness: A systematic review. Health science reports, 2(9), e134. https://doi.org/10.1002/hsr2.134

Wichtig: Dieser Artikel geht um ein Gesundheitsthema. Die Informationen stellen keine medizinische Behandlung oder Beratung dar und ersetzen keinesfalls eine Behandlung, Untersuchung, Therapie etc. durch einen Arzt.

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